Übungsleiter
Jugendqualifikation Eurythmie-Übungsleiter
Dieses Projekt befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase!
Informationen zur Bewerbung werden noch bekannt gegeben.
“Ein Geschenk der freien Zeitgestaltung mit der Eurythmie”
Die Eurythmie als bewegungsfördernde und darstellende Kunstform ist in der Waldorfpädagogik als fester pädagogischer Bestandteil in den Lehrplan integriert. In vielen Schulen gibt es eine über Jahrzehnte gewachsene, gepflegte und geförderte Eurythmiekultur, die mit einem künstlerischen Abschluss in der 12. Klasse in den Waldorfabschluss mündet. Für viele Schüler:innen endet mit diesem Abschluss allerdings auch die Beschäftigung mit der Eurythmie gänzlich. Es ist zu beobachten, dass Schüler:innen im Verlauf ihrer Schulzeit die Eurythmie als Kunstform auszuüben lernen, darüber hinaus jedoch selten in der Lage sind, die Inhalte und Übungen selbstständig weiterzugeben. Das Eurythmiestudium ergreifen nur wenige und öffentliche Eurythmiekurse werden von jungen Menschen in ihrer Freizeit kaum besucht. Dies liegt unter anderem daran, dass es nur sehr wenige Angebote gibt, Eurythmie als Freizeitbeschäftigung wahrzunehmen. Um die gelebte Praxis der Eurythmie zu fördern, wollen wir Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, sich schon während der Oberstufe als qualifizierte Eurythmie-Übungsleiter auszubilden.
Dazu möchten wir erstmalig ein Ausbildungskonzept entwickeln, das an diese Altersstufe angepasst ist. So könnten die Schüler:innen während ihrer Schulzeit bereits unter Anleitung einen Kurs für Laien an ihrer Schule erarbeiten (z.B. für Eltern) und/oder einen Eurythmiekurs im Anschluss an die Schulzeit selbstständig organisieren. So kann Erlerntes in erweitertem Rahmen fundiert praktiziert werden und es entstehen vermehrt niederschwellige Angebote, die zu einer generellen Verbreitung dieser Kunstform und Bewegungspraxis beitragen. Die Erfahrung der drei Eurythmiepädagog:innen, welche das Kernteam des Arbeitsvorhabens “Konzepterstellung Übungsleiter-Eurythmie” bilden, zeigt, dass es in jeder Oberstufenklasse Schüler:innen gibt, welche die Motivation und das Potential für so eine Qualifikation mitbringen.
„Ich sehe den Eurythmie-Übleiter als Chance für die jugendlichen Eurythmieschüler:innen, die Eurythmie selbstbewusst und eigenverantwortlich zu erforschen, anzuwenden und zu vertreten. Meine Erfahrung als Eurythmielehrerin in der Oberstufe zeigt, dass erst in eigener Praxis, unabhängig von der Führung durch eine/n Lehrer:in, sich oft die für Schüler:innen relevanten Fragen und Erkenntnisse an der Eurythmie offenbaren und sich deren Sinnhaftigkeit unmittelbar und individuell erschließt. Wir als Coaches wollen für diese Auseinandersetzung den Weg bereiten. Das Verständnis für die Eurythmie und damit auch für die Waldorfschule könnte sich so nachhaltig verbessern. Denn können ehemalige Waldorfschüler:innen über ein so besonderes Fach wie die Eurythmie fundiert sprechen bzw. dieses sogar praktisch demonstrieren, kann Interesse vielerorts geweckt werden. Der Weg für neue Arbeitsfelder professioneller Eurythmist:innen kann geebnet werden und die Waldorfschule an sich erlebt einen Aufschwung.“ (Michaela Prader)
An dieser Stelle ist uns nochmals wichtig zu betonen, dass Eurythmie-Übungsleiter, die innerhalb von Vereinsstrukturen tätig werden, grundlegende Basis-Übungen zur Eurythmie vermitteln und niederschwellige Kulturangebote schaffen, die nicht in Konkurrenz zu Angeboten professionell tätiger Eurythmist:innen stehen, sondern im Gegenteil als Türöffner für diese dienen.
