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„Wir haben uns einfach angemeldet – und dann gemacht." Sieben Jahre Bonner Theaternacht im Studio einsatzstelle25

Als das Studio einsatzstelle25 gegründet wurde, stellten sich Isabelle Rennhack eine naheliegende Frage: Was gibt es eigentlich an Kulturformaten in Bonn – und wo könnten wir mitmachen? Sie hörte von der Bonner Theaternacht. Die Anmeldung war unkompliziert.

„Wir haben uns einfach angemeldet und gesehen, dass das ganz einfach geht."

Sieben Jahre später ist das Studio des Vereins Eventeurythmie e.V. ein etablierter Aufführungsort der Theaternacht – mit eigenem Profil, klaren Auswahlkriterien und einem Publikum, das wiederkommt. Was dazwischen liegt, ist eine Geschichte aus geliehenen Stühlen, berührten Momenten und einer Organisatorin, die auch unter Druck einen kühlen Kopf bewahrt.


Isabelle Rennhack: Leitung Studio einsatzstelle 25, Lehrerin und Projektentwicklerin im Verein Eventeurythmie e.V.
Isabelle Rennhack: Leitung Studio einsatzstelle 25, Lehrerin und Projektentwicklerin im Verein Eventeurythmie e.V.

Organisatorin Isabelle Rennhack erzählt im Interview mit Maike Adam wie das Studio einsatzstelle25 des Vereins Eventeurythmie zu einem festen Aufführungsort der Bonner Theaternacht wurde.


In diesem Beitrag:




Was ist die Bonner Theaternacht?

Einmal im Jahr öffnen Kunst- und Kulturstätten in der ganzen Stadt gleichzeitig ihre Türen. Das Publikum kauft ein Starterticket für einen Ort seiner Wahl und kann danach frei entscheiden, welche zwei weiteren Stationen es an diesem Abend besucht. Die Aufführungsslots sind kurz – 20 bis 45 Minuten – und zeigen Ausschnitte aus dem aktuellen Programm: Appetizer statt vollständige Stücke. Drei Zeitfenster laufen parallel, ein kostenloser Shuttle verbindet die Standorte in der Stadt.


Das Ergebnis ist ein Abend, der Bonn als Kulturstadt erlebbar macht – nicht unter einem Dach, sondern überall auf einmal.


Alle Informationen zur Veranstaltung gibt es auf https://www.bonnertheaternacht.de



Der Anfang: Stühle geliehen, Herzen gewonnen

Im ersten Jahr war vieles noch improvisiert. Stühle und Beleuchtung wurden von umliegenden Waldorfschulen ausgeliehen, um überhaupt einen Bühnenraum zu schaffen. Das Publikum war klein – aber das, was es erlebte, hinterließ einen Eindruck.

„Eurythmie kommt echt anders beim Publikum an, und die Menschen waren so berührt."

Einen Plan dahinter gab es kaum. Es wurde einfach gemacht und manchmal ist das die solideste Grundlage.



Vom Mitmachen zur eigenen Handschrift

Was folgte, war eine schrittweise Professionalisierung. Stühle wurden angeschafft, die Organisation klarer, das Programm anspruchsvoller. In den ersten Jahren entstand es noch organisch aus dem eigenen Netzwerk – Schaffende aus dem Umfeld des Vereins, die ohnehin dabei waren. Werkstattformate und offene Mitmach-Stücke prägten den Beginn.


Heute sieht das anders aus. Es gibt Vorgespräche, Sichtungen und klare Auswahlkriterien. Gezeigt werden fertige Produktionen – keine Skizzen, keine Probenausschnitte. Das Ziel: ein Niveau, das sich auf Augenhöhe mit dem übrigen Kulturprogramm in Bonn bewegt.

„Wir wollen wirklich einen Impuls mit der Eurythmie setzen."

Das Programm mit geeigneten Beiträgen zu füllen, bleibt anspruchsvoll. Nicht zuletzt, weil das Forum Eurythmie in Witten oft zur gleichen Zeit stattfindet und viele Performende dann dort gebunden sind. Aber die Überzeugung trägt: Eurythmie lebt in Bonn – und das Studio ist ein Ort, an dem das sichtbar wird.


Fair bezahlt – auch wenn es knapp wird

Das Studio fasst 50 Personen. Mehr passen nicht rein. Das ist kein Mangel, sondern wurde ein bewusstes Prinzip: Wer wenige Performende einlädt, kann sie angemessen bezahlen, statt das Honorar auf viele aufzuteilen.

Rund 500 bis 600 Euro werden am Abend eingenommen. Die Auftretenden sollen mit mindestens 200 Euro nach Hause gehen. Wenn die Einnahmen des Abends dafür nicht reichen, verzichtet Isabelle auf ihre eigene Aufwandspauschale für die Orga – zugunsten der Kunstschaffenden. Was dann noch fehlt, wird aus dem Zweckbetrieb des Vereins gedeckt.

„Es ist total befriedigend, dass es auch einen wirtschaftlichen Aspekt hat. Das ist ein gutes Gefühl."

Ganz nach dem Motte >> Kunst fördern, die wirklich ankommt – direkt, persönlich, verlässlich.<<


2025: Das Haus öffnet sich

In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal eine Erweiterung, die so noch nicht dagewesen ist: Die Ateliers im selben Haus der einsatzstelle 25 in der Bornheimer Straße in Bonn machen mit! Vor und nach den Aufführungen kann das Publikum durch offene Ateliers schlendern, Künster:innen treffen und Arbeiten entdecken.

Das fällt zusammen mit dem 20-jährigen Jubiläum der Bonner Theaternacht.

„Es wird so ein Gemeinschafts-Ding daraus", sagt Isabelle – und das ist wörtlich gemeint. Nicht nur Programm, sondern Begegnung. Nicht nur Aufführung, sondern Ort.

Am 13. Mai 2026 treten die Tänzerine Claudia Reiff und Lisa Hofmann auf, die selbst regelmäßig im Studio proben. Eine Verbindung, die für sich spricht.


Wenn zwei Tage vor der Aufführung das Programm wegbricht

In einem Jahr – mitten in der Corona-Zeit – sagte die Performerin zwei Tage vor dem Abend krankheitsbedingt ab. Was folgte, war kein Chaos, sondern konzentriertes Handeln. Ein Ersatz wurde organisiert, der Abend fand statt. Schließlich waren die Ticket verkauft und die Menschen, die kommen, erwarten etwas.

"Da muss man einfach cool bleiben."

Wer einmal erlebt hat, wie Isabelle solche Situationen meistert, weiß, warum das Studio nach sieben Jahren immer noch dabei ist.



Ein Ort, der etwas ausstrahlt


„Irgendwann will ich einen Kulturort haben, wo die Menschen kommen und sich wohlfühlen."

Dieser Satz beschreibt einen langjährigen Wunsch von Isabelle – und zugleich das, was das Studio einsatzstelle25 bei der Bonner Theaternacht schon geworden ist.

Ein Ort mit stetig wachsendem Profil. Und mit der Überzeugung, dass Eurythmie etwas zu sagen hat – auch zu Menschen, die ihr zum ersten Mal begegnen.

„An dem Abend bin ich die Dame des Hauses, mache Ansprachen, und es macht einfach Spaß, für die Gäste da zu sein."

Dabei bleiben, weiter wachsen

Sieben Jahre Bonner Theaternacht haben das Studio einsatzstelle25 zu dem gemacht, was es heute ist: ein verlässlicher Ort für Eurythmie als Bühnenkunst – mitten in Bonn, mit Anspruch und mit Herz. Was als spontaner Entschluss begann, ist zu einem festen Teil des Bonner Kulturlebens geworden.


Der Verein Eventeurythmie wird auch in den kommenden Jahren dabei sein. Mit dem Anspruch, das Programm weiterzuentwickeln, neue Schaffende einzuladen und den Aufführungsort weiter zu etablieren. Denn die Überzeugung, dass Eurythmie als Performancekunst ein breiteres Publikum verdient, ist nach sieben Jahren nicht kleiner geworden – sie ist gewachsen.


Wer mehr über unsere Arbeit rund um die Bonner Theaternacht erfahren möchte, findet alle Informationen auf unserer Seite Studio einsatzstelle25 – Bonner Theaternacht.


Wir freuen uns auf euch.



*Tickets gibt es unter bonnticket.de. Ein Starterticket für unser Studio unterstützt uns direkt – denn nur die Tickets der ersten Aufführung an einem Standort fließen in die Förderung durch die Organisation der Bonner Theaternacht ein. Alle Informationen zum Gesamtprogramm auf www.bonnertheaternacht.de.*


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